Überzeugung

 

„Das Wunder, das den Lauf der Welt und den Gang menschlicher Dinge immer wieder unterbricht und vom Verderben rettet, das als Keim in ihm sitzt und als ‚Gesetz‘ seine Bewegung bestimmt, ist schließlich die Tatsache der Natalität – das Geborensein, welches die ontologische Voraussetzung dafür ist, dass es so etwas wie Handeln überhaupt geben kann.“
— Hannah Arendt

Ich bin ein Mensch, der viel gesehen hat – und vieles davon hat mich tief bewegt. Besonders dann, wenn sichtbar wird, was Menschen einander und ihrer Mitwelt antun.
 Und doch sehe ich es wie Hannah Arendt: Wir sind nicht bloß in diese Welt gestellt – sie zeigt sich uns durch den Menschen, und im Menschen selbst liegt die Möglichkeit des Neuanfangs. 

Gerade deshalb verliere ich weder den Mut noch die Hoffnung, dass wir es anders machen können.
 Dass diese Welt – unsere Mitwelt – es verdient, dass wir zusammenhalten, uns gegenseitig bestärken und solidarisch handeln. 

 

meine Haltung 

(zur Lehre) 

 

Für mich ist Lehre kein Akt der Wissensübertragung, sondern der Beziehung. Lernen – im Sinne Erich Fromms – bedeutet nicht, passiv Inhalte aufzunehmen, sondern aktiv sich selbst zu verwandeln. Es ist ein existenzieller Vorgang: ein Sich-Öffnen, ein Sich-In-Beziehung-Setzen zur Welt, zu anderen, zu sich selbst. 

In diesem Sinne verstehe ich meine Rolle nicht als reine Vermittlerin, sondern als Ermöglicherin von Resonanz. Ich gestalte Räume, in denen Studierende nicht nur „etwas lernen“, sondern sich als lernende Subjekte erfahren – mit Emotion, Körper, Verstand und sozialer Einbindung. 

Meine Lehre ist geprägt von Dialog, Unmittelbarkeit und der Bereitschaft, Unsicherheit auszuhalten. Denn Lernen beginnt da, wo Sicherheiten ins Wanken geraten – und neue Perspektiven möglich werden. Das verlangt Mut – von Studierenden wie Lehrenden. Aber es lohnt sich: Denn echtes Lernen verändert. 

Outdoor-Ethik

Für mich ist das Arbeiten in der Natur keine methodische Variante pädagogischer Praxis, kein „um-zu“ – sondern eine notwendige Antwort auf eine Zeit, die durch Beschleunigung, Kontrollbedürfnis und Entfremdung geprägt ist.

Die Natur ist für mich kein Ort der Inszenierung, sondern der Wirklichkeit: unkontrollierbar, widerspenstig, lebendig. Genau darin liegt ihre Kraft. Sie spiegelt die soziale Arbeit – und das Leben mit Menschen: Wir können es nicht vollständig planen oder absichern. Aber wir können in Resonanz gehen mit dem, was da ist.

Statt auf das Fehlende zu starren, öffnet die Natur den Blick für das Mögliche. Für das, was sich zeigt, wenn wir Kontrolle loslassen und dem Unerwarteten Raum geben. In dieser Haltung liegt für mich die ethische Grundlage einer pädagogischen Praxis, die Menschen nicht „verwaltet“, sondern begleitet.

neueste Publikationen

Feldermann, K. (i. E.). Reflexive Vulnerabilität – Dialoge über eine Ethik des Verwundbarseins [Sammelband]. 1.10.2026 Unrast Verlag.

Feldermann, K.(2025) in Kunst als Ort der Begegnung, Kunst als Ort der Begegnung. Kärntner Wissenschaftsverein.

Feldermann, K., Küffner, C. (2024). In Intersektionale Solidaritäten, Akademischer Aktivismus & Selbstsorge. Verlag Barbara Budrich.

Feldermann, K., Salmhofer, M., & Strasser, S. (2024). Eco socialwork – Soziale Arbeit in Zeiten der Entfremdung. Journal Sozialmanagement. Nomos.

Vorträge und Workshops 

 

Sie planen eine Veranstaltung, ein Symposium, eine Weiterbildung oder ein Fachgespräch und suchen nach einer Referentin, die Haltung, Tiefe und Praxiserfahrung verbindet? 

Ich biete Vorträge, Workshops und Impulse, die sich an der Schnittstelle von Sozialer Arbeit, Ethik, Bildung und gesellschaftlicher Verantwortung bewegen. Dabei bringe ich nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch lebendige Vermittlung, Resonanzfähigkeit und den Mut zur Auseinandersetzung mit. 

Unten finden Sie eine Auswahl aktueller Vorträge, die ich in den letzten Jahren gehalten habe – exemplarisch, um Ihnen ein Gefühl für meine Themen, meinen Stil und meine Perspektive zu geben. Ich freue mich, wenn Sie darin Anknüpfungspunkte für Ihre Veranstaltung entdecken. 

Meine Arbeit ist geprägt von einer Grundhaltung der Neugier, auch wenn ich mit manchen Themen seit Jahren arbeite – denn jede Gruppe, jedes Setting, jeder Diskurs ist neu. 

 

 

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  •  17.06.26 Jahrestagung der POJAT - Plattform offene Jugendarbeit Tirol: Vortrag zum Thema: Nähe und Distanz in der OJA sowie ein zum Thema passender Workshop

 

  • 04.05.26 Jahrestagung der offenen Kinder und Jugendarbeit in Tirol, Vortrag zum Thema: Nähe und Distanz in der OJA sowie ein zum Thema passender Workshop 


  •  Juvivo Fortbildung Vortrag zum Thema: Nähe und Distanz in der OJA sowie ein zum Thema passender Workshop 


  • 24.11.25: Keynote zum Thema: "zwischen Ratio und Resonanz - Emotionen im Spannungsfeld des Tripelmandats" beim Bundeskongress der offenen Kinder- und Jugendarbeit zum Thema „BALANCEAKT OJA - Offene Jugendarbeit zwischen Auftrag und Selbstverständnis“


  •  23.Juni 2025 Jahrestagung der offenen Kinder und Jugendarbeit, Vortrag zum Thema: Halt und Haltung in der offenen Jugendarbeit sowie ein zum Thema passender Workshop 


  •  24.03.25 Workshop bei der Jahrestagung der österreichischen Gesellschaft für Soziale Arbeit: Wissen schafft Macht; Körper, Reflexion und Machtstrukturen in der Sozialen Arbeit 




  • 19.06.2023 Jahrestagung der offenen Kinder und Jugendarbeit: Körperbasierte Methoden in hybriden Lebenswelten 


  • 17.04.2021 Jahrestagung der Gesellschaft für Neue Phänomenologie Gewalt und Verletzbarkeit: „Gewalt und Geschlecht. Geschlechterspezifische Überlegungen zu physischer Gewalt als Artikulationsform“ 


  •  7.04.2019 Jahrestagung der Gesellschaft für Neue Phänomenologie Menschwerdungen: „Jugend und ihre Krisen, Krisenzeit Jugend" 


  •  14.09.2019 Workshop zu feministischer Phänomenologie im Rahmen der Wissenschaftlerinnen Werkstatt der Hans Böckler Stiftung 


  •  08.09.2018 Vortrag auf der Tagung „Körperkontakte“ der FH Bern mit dem Titel „Atmosphären als Chance für zwischenleibliche Kontakte in Jugendstrafanstalten 


  •  23.03.2017 Vortrag auf der Jahrestagung „Bewegte Ordnungen“ des Forum Rekonstruktive Soziale Arbeit in Dortmund mit dem Titel „Marginalisierte Leiblichkeiten in Jugendstrafanstalten“ 

 

Theoretische Zugänge


Meine Arbeit ist geprägt von einem interdisziplinären Denken, das sich an der Schnittstelle von Sozialer Arbeit, Soziologie und Philosophie bewegt.

Ich orientiere mich an der Neuen Phänomenologie (Gernot Böhme, Hermann Schmitz), insbesondere an der Bedeutung von Atmosphäre, Leiblichkeit und situierter Erfahrung.
Impulse der Frankfurter Schule (Adorno, Horkheimer, Fromm, Macuse) helfen mir, soziale Wirklichkeit kritisch zu analysieren – in ihrer Widersprüchlichkeit, Machtstruktur und historischen Gewordenheit.

Zentral ist für mich auch die Soziologie der Weltbeziehung von Hartmut Rosa, die den Zusammenhang von Resonanz, Entfremdung und Beschleunigung erfahrbar macht – gerade in pädagogischen Kontexten.

Diese Perspektiven sind für mich keine Theorieinseln, sondern lebendige Werkzeuge, um Praxis zu verstehen, zu irritieren und weiterzuentwickeln.

ehrenamtliche Tätigkeiten

 

Neben meiner wissenschaftlichen und lehrenden Tätigkeit engagiere ich mich seit vielen Jahren ehrenamtlich in unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern – immer mit dem Ziel, Räume für Gerechtigkeit, Selbstermächtigung und solidarisches Handeln zu öffnen. 

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf meinem langjährigen Engagement in Brasilien, wo ich seit 2003 mit gewaltbetroffenen Kindern, Jugendlichen und Frauen arbeite. Daraus sind nachhaltige Netzwerke und Projekte entstanden, die über nationale Grenzen hinaus wirken. 

Darüber hinaus bringe ich mich in zivilgesellschaftlichen Initiativen in Österreich und Deutschland ein – etwa zu den Themen Bildungsgerechtigkeit, Demokratisierung sozialer Räume, Naturpädagogik und psychosoziale Gesundheit. Mein Ehrenamt ist für mich kein Zusatz, sondern Ausdruck meiner Haltung: Soziale Arbeit ist politisch – und Verantwortung kennt keinen Feierabend. 

Vorstandstätigkeiten

- Landschaft des Wissens
- Kärntner Armutsnertwerk
- Koordinatorin der AG Körper und Leib bei der Österreichischen Gesellschaft für Soziale Arbeit 

Auszeichnungen

 

 

Im November 2024 wurde ich mit dem Soroptimist Preis Österreich für mein langjähriges Engagement in Brasilien ausgezeichnet. Seit 2003 arbeite ich dort mit und für Frauen und Kinder, insbesondere mit gewaltbetroffenen Jugendlichen. Mein Fokus liegt auf der Stärkung von Selbstwirksamkeit, Bildung und Schutzräumen – immer im Dialog mit den Menschen vor Ort. 

Aus der Prämie des Soroptimist Preises entsteht aktuell ein neues Projekt für indigene Frauen in der Region Tequisquiapan (Mexiko). Gemeinsam mit Frauen aus Österreich und der lokalen Community entwickle ich derzeit ein Konzept, das 2025 in die Umsetzung gehen soll. Dabei ist mir eine kritische, postkolonial reflektierte Haltung zentral: Wir bringen nicht das „Know-how“, sondern schaffen Räume, in denen Wissen gemeinsam entsteht – auf Augenhöhe, im Austausch, aus der Region heraus. 

Bereits 2003 und 2008 wurde mein Engagement in Brasilien durch den Grünen Kreisverband Mülheim an der Ruhr mit dem Bürger*innen-Preis ausgezeichnet. 

Mexico

" Früher dachte ich, ich sei die seltsamste Person der Welt, aber dann dachte ich, es gibt so viele Menschen auf der Welt, dass es jemanden wie mich geben muss, der sich genauso bizarr und fehlerhaft fühlt wie ich. Ich würde sie mir vorstellen, und mir vorstellen, dass sie da draußen auch an mich denken muss. Nun, ich hoffe, wenn Sie da draußen sind und dies lesen und das wissen, ja, es ist wahr, dass ich hier bin, und ich bin genauso seltsam wie Sie." *Frida Kahlo
 

Derzeit ist vieles im Entstehen – eines davon ist mein neues Projekt in Mexiko.
 Mexiko hat mich seit jeher inspiriert: mit seinen Farben, seiner Lebendigkeit, seiner Musik – und vor allem den Menschen. 

Obwohl ich in Deutschland geboren wurde, habe ich mich dort oft anders gefühlt: zu bunt, zu freudig, zu voller Hoffnung. In Brasilien, wo ich seit 22 Jahren lebe und jede freie Minute verbringe, habe ich ein zweites Zuhause gefunden. Ein Projekt in Mexiko war für mich lange kein Thema – bis ich 2024 mit dem Soroptimist Preis Österreich ausgezeichnet wurde. In dem Moment wusste ich: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. 

Ich glaube nicht an Zufälle – eine meiner tiefsten Überzeugungen ist: Alles findet zusammen, was zusammengehört. 

So habe ich in Feldkirchen eine Seelenverwandte gefunden: Alma Sacher, die das Earthship betreibt und sich in Mexiko ebenso zu Hause fühlt wie ich in Brasilien. Wir teilen die Vision, dass unsere Zukunft nur gelingen kann, wenn wir uns einander zuwenden und verbinden. Also habe ich sie gefragt, ob wir gemeinsam ein Projekt in Mexiko aufbauen wollen – und sie hat sofort Ja gesagt. 

Durch die Auszeichnung entstand außerdem eine inspirierende Verbindung zu Petra Werkovits, die sich mit dem Projekt S!olence für gewaltbetroffene Frauen engagiert. Inzwischen sind wir ein Team in Österreich – und ein wachsendes Team in Mexiko. 

Ab Ende 2025 beginnen wir, gemeinsam mit Frauen vor Ort ein Projekt für indigene Frauen in der Region Tequisquiapan aufzubauen. Dabei ist uns wichtig:
Wir bringen nicht „das Wissen“ – wir begegnen, hören zu, gestalten gemeinsam. 

Denn niemand von uns sollte sich allein fühlen.
 Und: Die Kraft von Frauen entsteht durch Gemeinschaft. 

Tequisquiapan

Projekt in Tequisquiapan (Mexiko)

Mobile Frauenräume für indigene Gemeinschaften

Unser Projekt in Tequisquiapan zielt darauf ab, indigene Frauen in abgelegenen Regionen Mexikos zu stärken und zu vernetzen. Geplant ist der Kauf eines Fahrzeugs (Auto oder Kleinbus), um mobil jene ländlichen Gemeinden zu erreichen, in denen besonders marginalisierte Frauen leben – oft ohne Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung oder sozialer Infrastruktur.

Hintergrund:
In Mexiko wirken bis heute tief postkoloniale und rassistische Strukturen, die besonders indigene Frauen treffen. Viele junge Frauen erleben frühe und ungewollte Schwangerschaften – häufig im Kontext touristischer Ausbeutungsverhältnisse – und sind danach weitgehend auf sich allein gestellt.

Wie in vielen Regionen Süd- und Mittelamerikas leben die Ärmsten an den Rändern der Städte – fernab von Sichtbarkeit, Versorgung und Beteiligung.

Was wir tun:
Durch ein mobiles Fahrzeug wollen wir Brücken bauen – zwischen Stadt und Land, zwischen Frauenorganisationen und einzelnen Betroffenen. Der Bus soll als Verbindungsglied dienen:

  • um Frauen in den Städten zu vernetzen,
  • um mit ihnen gemeinsam in die Herkunftsgemeinden zu fahren,
  • und dort Projekte zu entwickeln, die direkt an den Lebensrealitäten der Frauen ansetzen.

Die konkrete Ausgestaltung dieser Projekte soll vor Ort in Mexiko und im Dialog mit den Frauen entstehen – partizipativ, bedürfnisorientiert und auf Augenhöhe.
Die Planung der Infrastruktur und erste Investitionen erfolgen bereits jetzt von Österreich aus, in engem Austausch mit dem entstehenden Team in Tequisquiapan.